Inhalt

Stomabeutel, Haftplatten und Hautschutzvorrichtungen werden über der künstlichen Öffnung in der Bauchdecke (Stoma) angebracht.

Besondere Merkmale:

  • selbsthaftende Basisplatten
  • Stomabeutel ohne Ablassöffnung bei Kolostomie (künstlicher Dickdarmausgang)
  • Stomabeutel mit Ablassöffnung bei Ileostomie (künstlicher Dünndarmausgang)
  • Stomabeutel mit Rücklaufsperre bei Urostomie (künstliche Harnableitung)
  • Irrigationssets zur Darmspülung
  • Post-OP-Sets zur postoperativen Versorgung

Finanzierung und Wissenswertes

Wissenswertes

Die häufigste Ursache (70 bis 80 Prozent) für die Anlage eines Stomas ist eine Krebserkrankung. Aber auch chronisch-entzündliche Darmkrankheiten, angeborene Fehlbildungen oder Unfälle können zur Anlage eines Stomas führen.

Durch eine künstlich geschaffene Öffnung in der Bauchdecke (Stoma) werden Darm oder Harnleiter nach außen geleitet. Aus einem Stoma fließen Stuhl und Urin weitgehend unkontrolliert heraus, weil der künstliche Ausgang keinen Muskel, wie zum Beispiel den Schließmuskel des Afters, besitzt.

Aufgrund der personenspezifischen Unterschiede ist eine individuelle Versorgung erforderlich und keine Basisversorgung mit bestimmten Produkten oder Systemen möglich. Jedes Versorgungssystem sollte neben den medizinischen Anforderungen des Stomas auch die individuellen Lebensumstände des Betroffenen berücksichtigen.

Für eine optimale Versorgung ist eine ausführliche Beratung der Betroffenen durch qualifiziertes Fachpersonal im Bereich Stomaversorgung beziehungsweise durch Stomatherapeuten unerlässlich. 

Wie oft die Stomaversorgung gewechselt werden soll ist abhängig von der Menge und Konsistenz der Ausscheidungen. Damit es nicht zu Hautkomplikationen kommt hat die Fachgesellschaft Stoma, Kontinenz und Wunde e.V. in den Leitlinien zur Stomaversorgung Richtwerte zum Stomaversorgungswechsel (PDF, 243 KB) vorgegeben.

Finanzierung

Von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden Artikel zur Stomaversorgung grundsätzlich als Hilfsmittel anerkannt, vorausgesetzt, sie dienen der Behandlung des Stomas beziehungsweise sie ermöglichen die Teilhabe am sozialen Leben oder sie werden zur Behandlung oder Vermeidung von Entzündungen oder krankhaften Hautveränderungen erforderlich.

Mehr zur Finanzierung von Hilfsmitteln für den privaten Bereich in der Infothek.

Seit dem 1. Januar 2005 gelten bundesweit einheitliche Festbeträge für Stomaartikel, das heißt, es wurden Obergrenzen für die Kostenübernahme von den gesetzlichen Krankenkassen festgelegt. Mehr dazu unter: Festbeträge (PDF, 272 KB) .

Unterstützung durch die Integrationsämter

Generell können die meisten Stomaträger ihre Berufe nach der üblichen Schonungszeit im Anschluss an die Operation weiterhin ausüben. Allerdings sollten keine schweren Lasten über 10 kg gehoben werden, um die Gefahr eines Bauchwandbruchs zu vermeiden. Für Betroffene, die berufsbedingt häufig schwer heben müssen, gibt es Möglichkeiten der Umgestaltung des Arbeitsplatzes, so dass beispielsweise bestimmte Hilfsmittel das Heben erleichtern oder ersetzen.

Ist eine solche Anpassung des Arbeitsplatzes erforderlich, können Integrationsämter eingeschaltet werden. Mehr dazu in der Infothek.

Beutel

Einteilige Stomaversorgung

Geschlossene Systeme eignen sich für kleinere und feste Ausscheidungsmengen.

Beutel

Einteilige und zweiteilige offene Beutel

Bei offenen Systemen handelt es sich um Beutel mit Ablassöffnung, durch die die aufgefangenen Körperausscheidungen entleert werden können.

Einteilige und zweiteilige Urostomiebeutel

Nach Entfernen oder Ausschaltung der Blase wird ein Urostoma gelegt. Urostomiebeutel umschließen das Stoma und haften auf der Bauchdecke.

Basisplatte

Haftplatten für die Stomaversorgung

Die Basisplatten mit Klebefläche dienen zur Befestigung von Stomabeuteln mit entsprechendem Rastring.

Ausgleichsmasse

Ausgleichprodukte für die Stomaversorgung

Ausgleichprodukte sind formbare und knetbare massen, welche zwischen Haut und Stoma aufgetragen werden. Sie sollen Unebenheiten ausgleichen und Lücken sowie das Auslaufen des Stomas verhindern.

Druckgurt

Druckplatten und Druckgurte

Bei körperlicher Beanspruchung kann es notwendig sein, einen Stomabeutel an einem Gürtel beziehungsweise Druckgurt zu befestigen.

Druckbandagen für Stomaversorgungshilfen

Stomaträger, die im Bereich des Stomas einen festen Halt benötigen, nutzen Druckbandagen.

Stomaabdeckungen und Beutelverschlüsse

Stomaabdeckungen und Beutelverschlüsse

Stomakappen dienen zum Verschluss des Stomas während der anwendungsfreien Zeit.

Hilfsmittel zur Darmirrigation

Hilfsmittel zur Darmirrigation bei der Stomaversorgung

Mit Hilfe von Irrigationssets wird der Darm gespült und entleert.

Postoperative Hilfen

Postoperative Hilfen für die Stomaversorgung

Für die postoperative Behandlung sind Post-OP-Sets vorgesehen. Sie bestehen aus Basisplatte, Ausstreifbeutel und Verschlussklammer.

Geruchsfilter für Stomabeutel

Zubehör für die Stomaversorgung

Zusätzliche Hilfen bei der Stomaversorgung sind Geruchsfilter, Beutelklemmen, Basisplattenerwärmer oder Basisplattenerwärmer

geschlossener Beutel

Einteilige Stomaversorgung

Die Einteilige Stomaversorgung besteht aus einem Beutel mit integrierter Haftplatte. Dieses System kann nur einmalig befestigt und entfernt werden. Die Beutel können geschlossen oder mit einer Ablassöffnung versehen sein.

Stomadusche

Hilfsmittel für die Drainage der Stomaversorgung

Eine Vorrichtung zur Drainage oder Spülung des Stomas. Die Körperausscheidungen werden durch einen Schlauch direkt in die Toilette oder in einen geschlossenen Beutel geleitet. Das Stoma wird dadurch gereinigt.

Druckgürtel

Stütz- und Fixierungshilfen für die Stomaversorgung

Hierzu gehören Druckbandagen, Druckgürtel und Druckplatten. Durch den ausgeübten Druck wird das Stoma in Position gehalten und stabilisiert. Das Anbringen oder Entfernen eines Stomabeutels oder Haftplatte wird somit vereinfacht.

Zweiteiliges Ableitungssystem

Zweiteilige Stomaversorgung

Ein zweiteiliges Ableitungssystem besteht aus Stomabeutel und Hautschutzplatte. Durch einen Rastring wird der Beutel an der Platte befestigt. Die Hautschutzplatte bleibt über einen längeren Zeitraum an der Haut befestigt. Die Hautschutzplatte bildet eine schützende Schicht zwischen Haut und Versorgungssystem.